.garage Gründerportrait pilea pergé – Dein Pflanzenbote

pilea pergé

Florian und Katharina von pilea pergé (Foto: Sophia Bon)

Ihr wollt Euch Zimmerpflanzen anschaffen, aber wisst nicht woher und wie man sie pflegt? Dann ist pilea pergé die richtige Adresse für Euch, das Zimmerpflanzen-Startup aus Hamburg! Katharina Froh und Florian Wienke haben die Firma 2019 gegründet und fühlen sich seitdem wie eine Mischung aus Gärtner und Betriebswirt. Im gleichen Jahr haben Sie das .garage Pitch-Event gewonnen und seitdem ist viel passiert.

Was ist Eure Geschäftsidee, wie seid Ihr darauf gekommen und wann seid Ihr gestartet?

Katharina: Wir verkaufen pflegeleichte Zimmerpflanzen mit passendem Zubehör online. Die Idee dahinter ist den Wohntrend „Grünpflanzen“ jedem Kaktuskiller möglich zu machen, indem wir unser Sortiment auf einfache Pflanzen ausrichten und die Verkaufsberatung und Pflegeunterstützung digitalisieren.

Darauf gekommen sind wir Anfang 2019, als wir nach unserem Masterstudium zurück nach Deutschland gekommen sind. Wir wollten auf jeden Fall nicht zurück in einen Konzern, sondern selbstständig arbeiten. Und weil wir nicht nur gute Freunde sind, sondern uns auch arbeitsmäßig super ergänzen, wollten wir das unbedingt nutzen.

In Hamburg angekommen, mit der Ausstattung unserer Wohnungen beschäftigt, ist der Zimmerpflanzen-Trend natürlich auch an uns nicht vorbeigegangen. Wir sind aber schnell auf zwei Probleme gestoßen:

  1. Wie bekomme ich ohne Auto Pflanzen (insbesondere größere) heil nach Hause?
  2. Was für Bedürfnisse hat die Pflanze eigentlich und warum sind die ersten Blätter schon nach einer Woche und trotz viel Wasser braun oder gelb!?

Kurz: Wir hatten selbst keine Ahnung – haben aber gedacht, dass das alles doch nicht so schwer sein kann und so haben wir uns mehr und mehr mit dem Thema auseinandergesetzt. Im April 2019 haben wir dann die ersten Pflanzen online verkauft.

Was genau bietet Ihr wem an?

Florian: Wir wollten genau die Probleme lösen, die wir hatten. In der Großstadt ohne Auto sollten die Pflanzen nach Hause kommen. Dementsprechend liefern wir die Zimmerpflanzen zum Wunschzeitpunkt direkt an die Haustür. Außerdem bieten wir nur wirklich pflegeleichte Pflanzen an, die gleichzeitig gerade modern und einfach schön sind. Mit Hilfe eines Pflanzenfinders, der online bei der Auswahl der Pflanze unterstützt und einer Pflegeanleitung, die mit der Pflanze kommt, kann man bei der Pflege im Prinzip nicht mehr viel falsch machen. Sollte man dennoch Fragen haben, kann man sich jederzeit über WhatsApp, E-Mail, Instagram, facebook oder natürlich Telefon bei uns melden.

Katharina: Unsere Zielgruppe umfasst dabei hauptsächlich Personen zwischen Anfang 20 und Mitte 30 aus der Großstadt. Sie werden von großen, alteingesessenen Pflanzenanbietern wir Dehner, Bakker, Blume 2000 etc. oft nicht entsprechend adressiert.

Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr Euch kennen gelernt?

Katharina: Ich habe nach dem Abitur einen dualen Bachelor an der HSBA in Hamburg in Business Administration gemacht. Danach habe ich 2 Jahre als Manager für Brand Communications gearbeitet. Ich habe gemerkt, ich möchte mich in eine andere Richtung entwickeln und so hat es mich für ein Masterstudium nach Glasgow verschlagen.

Florian: Genau dort haben wir uns kennengelernt. Katharina und ich haben in Glasgow zusammen Entrepreneurial Management & Leadership studiert. Ich habe vorher eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht und bei Volkswagen Financial Services als Treasury Manager gearbeitet. Parallel habe ich mein Bachelorstudium in BWL absolviert.

Was waren bisher die größten Herausforderungen für Euch in der Selbstständigkeit?

Katharina: Das Beste, aber auch einer der größten Herausforderungen ist, ist die Vielfalt an Aufgaben und oft auch Themen, von denen man gefühlt keine Ahnung hat und dabei den Fokus zu behalten.

Ein konkreteres, aber wesentliches Thema, das viele Selbstständige kennen, ist durchgehend, wie wir unsere Kunden erreichen. Als wir im April 2019 mit dem Verkauf starteten, sind wir davon ausgegangen, dass sofort viele bei uns bestellen. Das war natürlich nicht so. Im ersten Schritt Aufmerksamkeit und dann natürlich auch Käufe zu generieren war mit kleinem Budget sehr schwer. Die Suche nach finanziellen Mitteln, insbesondere für Marketing, ist seitdem Dauerthema.

Florian: Außerdem haben wir damals beide noch in Teilzeit gearbeitet, damit wir unseren Lebensunterhalt bestreiten konnten. So mussten wir uns immer irgendwie zerreißen, Termine schieben, in Mittagspausen vom Job unser Startup voranbringen. Das ging natürlich auf Dauer nicht. Wir haben uns dann Förderprogramme und andere Möglichkeiten der Finanzierung angesehen und uns damals als ersten Schritt beim Next Commerce Accelerator beworben. Nachdem das leider nicht geklappt hat, sind wir auf das InnoFounder-Programm der IFB in Hamburg aufmerksam geworden und haben uns dort beworben. Nach mehreren Terminen und einem intensiven Pitch hat es dort geklappt und wir haben die Zusage für das Förderprogramm erhalten.

Katharina: Somit waren mehrere Probleme auf einmal gelöst. Wir konnten unsere Teilzeitjobs kündigen und uns mit der Förderung ein Gehalt zahlen. Zusätzlich ist noch Budget für Marketing übrig.

Inwiefern waren die Teilnahme am Pitch-Event der .garage und unsere Beratung hilfreich?

Florian: Wir sind erstmals auf .garage durch ein Pitch-Event aufmerksam geworden, das von Frederic Breiler ausgerichtet wurde. Wir waren damals im Juni 2019 noch am Anfang unseres Projekts, hatten gerade die ersten Verkäufe und unsere Idee vorher noch nicht öffentlich vorgestellt. Wir uns beworben und das Pitch-Event sogar gewonnen. Als Preis erhielten wir eine Beratung bei Frederic. Nach dem Pitch haben wir uns direkt mit Frederic getroffen und über die Investorensuche, unser Pitch Deck und unsere Marketingideen gesprochen. Er hat uns hilfreiche Tipps gegeben, mit denen wir weiterarbeiten konnten. Zusätzlich hat er uns in Hamburg zu vielen hilfreichen Terminen verholfen, sei es beim Online-Magazin Hamburg Startups oder zu einem kostenlosen Messestand. Seitdem bleiben wir in Kontakt und Frederic unterstützt uns regelmäßig bei Fragen.

Katharina: Tatsächlich war unser Pitch damals bei .garage wie eine Initialzündung. Wir sind erstmals vor so viele fremde Menschen getreten, haben unsere Idee gepitcht. Wir haben gemerkt, dass wir damit wirklich auf Begeisterung und Interesse stoßen. Die Verkäufe gingen danach auch direkt hoch. Das hat uns unglaublich motiviert. Wir konnten auch viel Feedback und Anregungen mitnehmen und haben einige Kontakte knüpfen können von denen wir heute noch profitieren.

Was sind für Euch die wichtigsten Tools, mit denen Ihr arbeitet?

Florian: Das wichtigste Tool, auf dem unser Shop basiert, ist Shopify. Es ist sehr anpassbar und hat uns geholfen, sehr schnell unseren ersten Shop zu erstellen. Wenn wir im Homeoffice sind, helfen Tools wie Trello und Microsoft Teams, damit wir auch online strukturiert sind – im Büro arbeiten wir dann allerdings viel mit Post-its und einem Scrum Board.

Inwieweit betrifft Euch die Corona-Krise? Welche Maßnahmen habt Ihr ergriffen?

Katharina: Wir sind ein Lieferdienst, der ein Produkt verkauft, das das Zuhause verschönert. Wir müssen ganz ehrlich sagen, dass wir vor dem Corona-Hintergrund mit unserem Geschäftsmodell zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren – und das haben wir insbesondere von März bis Mai tatsächlich positiv in den Verkaufszahlen spüren können. Außerdem haben wir bei unseren Kunden ein großes Bewusstsein dafür wahrgenommen, lokale, kleinere Unternehmen zu unterstützen. Das war wirklich schön! Nichtsdestotrotz haben wir gemerkt, dass es uns in unserer strategischen Planung sehr verunsichert. Wir waren im März kurz davor, mit der Investorensuche loszulegen und hatten alles vorbereitet. Dann haben wir erst einmal die Füße stillgehalten und abgewartet.

Florian: Das geht natürlich auch nicht ewig. Wir haben inzwischen das Gefühl, dass sich vieles wieder etwas normalisiert hat. Inzwischen sind wir voll in der Investorenakquise und führen bereits sehr interessante Gespräche.

Was ist für Euch das Schönste an Eurem Job?

Florian: Selbst entscheiden zu können, welchen Weg das Unternehmen einschlägt und zu sehen, was wir bereits aus dem Nichts geschaffen haben.

Katharina: Ja, auf jeden Fall zu sehen, dass das, was man vorn reinsteckt, auch ankommt. Außerdem die Vereinbarkeit. Man arbeitet zwar definitiv nicht weniger, aber man kann seine Zeit weitestgehend selbstständig einteilen.

Was möchtet Ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Florian: Nicht vom Weg abbringen lassen, immer wieder darauf konzentrieren, wohin es gehen soll, man schafft es eben nicht, in einem Startup 100 Sachen gleichzeitig zu machen.

Katharina: Sprecht über eure Idee und fragt nach Hilfe. Nutzt euer Netzwerk und lieber einmal mehr einen Linkedin-Post machen und konkret mit Interessierten Gespräche vereinbaren. Es gibt wirklich viele tolle Leute, die helfen wollen und können und irgendwer kennt immer irgendwen, der jemanden kennt! 😉

Vielen Danke für das Interview und ganz viel Erfolg weiterhin!

Pilea Pergé findet Ihr auf folgenden Kanälen:

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