9. Juli 2020

Corona-Special: Neue Fördermittel

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind weiterhin deutlich zu spüren. Im Konjunkturpaket wurden zahlreiche Maßnahmen beschlossen und einige davon bereits umgesetzt. Wir nennen und erläutern hier die aktuellen Maßnahmen und Fördermittel (ohne Garantie der Vollständigkeit).

Senkung der Umsatzsteuer (bis 31.12.2020)

Seit dem 01.07. gelten bis zum 31.12.2020 neue Sätze:

  • 16% statt 19%
  • 5% statt 7%

Entsprechend müssen Angebote und Rechnungen geändert werden. Entscheidend ist überigens das Datum der Lieferung bzw. Leistung, nicht das Rechnungsdatum. Detaillierte Infos dazu sind hier zu finden: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2020-06-25-faq-umsatzsteuersatzsenkung.html

Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen (bis 31.08.2020)

Dieses (etwas komplizierte) Fördermittel kann dazu genutzt werden, um sich betriebliche Kosten erstatten zu lassen. Je nach Umsatzverlust werden 40%, 50% oder 80% erstattet. Der Antrag ist nur über Steuerberater und Wirtschaftsprüfer möglich – wer keinen hat, sollte sich dringend einen suchen und sich nicht abzocken lassen (einige bieten das schon zu horrenden Preise an). Die einzureichenden Unterlagen sind umfangreich – und falls das Unternehmen bis August nicht überlebt, muss zurückgezahlt werden. Alle Bedingungen können wir hier nicht aufzählen, deshalb schaut bitte den Link an und kontaktiert direkt Euren Steuerberater:
https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

Neustartprämie für Künstlerinnen, Künstler und Kreative
(bis 31.08.2020)

„Für die von den Pandemiebeschränkungen besonders betroffenen Künstlerinnen, Künstler und Kreativen hat Hamburg ein eigenes Förderprogramm aufgelegt, damit diese für das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Hamburg unverzichtbare Gruppe möglichst gut durch diese schwierige Zeit kommt. Mit der „Neustartprämie“ soll den Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen vor allem geholfen werden, die eigene kreative Tätigkeit auch unter Corona-Bedingungen wieder ins Laufen zu bringen, beziehungsweise die Wiederaufnahme der Tätigkeit vorzubereiten.“

  • 2.000,- Euro einmaliger Zuschuss
  • für Mitglieder der Künstlersozialkasse (KSK) und jene, die deren Kriterien erfüllen
  • mit Hauptwohnsitz Hamburg zum 1. März 2020
  • Antragsfrist bis 31. August 2020

Infos und Antragstellung: https://www.hamburg.de/neustartpraemie

Corona Recovery Fonds für innovative Startups und wachstumsorientierte kleine Mittelständler (bis 30.11.2020)

Der Corona Recovery Fonds (CRF) bietet Risikokapitalfinanzierungen für innovative Startups und wachstumsorientierte, kleine Mittelständler, die infolge der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten sind. Aus Mitteln der Freien und Hansestadt Hamburg und des Bundes stellt der CRF verschiedene Finanzierungsinstrumente bereit, um den Unternehmen das Überleben in der Krise und vor allem den erfolgreichen Neustart zu ermöglichen. Gefördert werden innovative Startups und wachstumsorientierte kleine Mittelständler mit Sitz oder wesentlicher Betriebsstätte in Hamburg. Hierzu zählen technologisch innovative Startups, junge, innovative Unternehmen mit nicht-technologischen Produkt-, Dienstleistungs-, Prozess- und Geschäftsmodellinnovationen und sonstige wachstumsorientierte kleine Mittelständler bis maximal 75 Mio. € Jahresumsatz und in der Regel bis maximal 50 Mitarbeiter zum Tag der Antragsstellung. Konkret besteht die Förderung aus einer stillen Beteiligung von bis zu 500.000,- Euro.

Infos und Antragstellung: https://www.ifbhh.de/foerderprogramm/crf

Förderkredite

Für größere Liquiditätslücken kommen nur Kredite in Frage. Diese werden bei der Hausbank beantragt (bzw. bei der Bank, wo das Firmenkonto ist). Wichtig ist auch hier, dass das Unternehmen sich nicht schon vor der Corona-Krise in Schwierigkeiten befand. Auf die Antragstellung bereiten wir Euch gern vor. Infos zu den passenden Förderkrediten der KfW findet Ihr hier.

Auch Hamburg hat mit dem „Hamburg-Kredit Liquidität“ ein eigenes Programm für kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten, Selbstständige und Angehörige der Freien Berufe, gemeinnützige oder Non-Profit-Organisationen sowie Existenzgründer und Vereine aufgelegt. Die Kreditsumme beträgt maximal 250.000,- Euro. Mehr Infos: https://www.ifbhh.de/foerderprogramm/hkl

Kosten senken

  • Betriebskosten senken, private Ausgaben reduzieren.
  • Steuervorauszahlungen senken oder ganz stoppen (in Absprache mit dem Finanzamt!)
  • Krankenversicherungsbeiträge und KSK-Beiträge senken
  • Kurzarbeitergeld für Mitarbeiter beantragen (Link)

Geschäftsmodelle digitalisieren / am Unternehmen arbeiten

Klar, das geht nicht mit jedem Business – aber öfter, als man denkt. Gern arbeiten wir gemeinsam mit Euch daran, Euer Unternehmen zukunfts- und krisensicher zu machen!

Bei akuter Existenznot: ALG II beantragen

Dieser Weg steht grundsätzlich jedem Selbstständigen offen. Das Jobcenter übernimmt dann die Miete und den (gesetzlichen) Krankenversicherungsbeitrag und zahlt die Grundsicherung. Die Antragstellung soll aktuell vereinfacht sein. Für Selbstständige ich das Jobcenter Beltgens Garten zuständig. Zum FAQ des Jobcenters: https://team-arbeit-hamburg.de/fragen-und-antworten

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